Samstag, 23. Februar 2013

Großes Kino bis zum Anpfiff

EUROPAPOKAL-INTERNATIONAL...es wurde Realität!

In der vergangenen Saison legten die Fohlen  sehr sehr eindrucksvoll den Grundstein für das, was wir gestern an Emotionen erleben durften. Emotionen, die für ein komplettes Fanleben reichen könnten, Emotionen die uns glücklich werden lassen und süchtig machen, eine Sucht, die uns jedes Wochenende in die Stadien pilgern  und uns nach mehr verlangen lässt. Danke, dass Ihr uns nach Europa geführt habt!

Wenn ich an die Bilder von der "Spanischen Treppe" denke, wenn ich mir die Gesänge der Borussen-Lieder anhöre, wenn ich dieses Gefühl von Gemeinschaft sehe, die diese Bilder und Videos ausstrahlen, dann macht mich das stolz und glücklich. Keine andere Fangemeinde ist ihrem Verein wohl derart verbunden wie die unsere.
Ein Traum wurde Realität! Diese Realität ist die Realität der Emotionen- des Herzblutes welches wir für die Raute empfinden und es ist die Realität des Herzens! So fühlen wir für unseren Verein-so werden wir immer fühlen-dies ist die Realität aller Borussen.

Die Realität auf dem Platz ist aber eine Andere!

10.000 Borussen flogen /fuhren voller Vorfreude, voller Hoffnung, voller Zuversicht, voller Willen und Kampfeslust nach Rom und ließen die ewige Stadt in ein Farbenmeer aus schwarz-weiß-grün erstrahlen.
Alle trafen sich zu einer grandiosen Party auf der "Spanischen Treppe." Nicht nur die große Anzahl der angereisten Fans, sonder auch zigtausend daheim gebliebene verfolgten das phänomenale Geschehen über diverse Netzwerke. Ganz großes Kino und ich möchte allen Mitgereisten meinen größten Respekt für diese Stimmung aussprechen. Ich selber saß Stunden mit Gänsehaut vor dem PC und war gleichermaßen stolz wie gerührt-weltmeisterlich und es konnte einfach nur ein triumphaler Tag werden. Eigentlich!

Eigentlich deshalb, weil kurz vor Spielbeginn die Aufstellung bekannt gegeben wurde und damit der erste Zweifel in mir hoch kam. Favre hielt an seiner "gewohnten" Startelf fest. Für mich war dies einfach unbegreiflich. Warum so defensiv? Hatten wir eine Führung zu verteidigen, oder mussten wir gewinnen? Hätten wir nicht alle eine offensivere Aufstellung erwartet?

Nach Spielbeginn lief der Ball recht gut- aber nur von links nach rechts und wieder zurück. Die Römer schauten dem zu und überließen den Fohlen die Spielkontrolle. In Strafraumnähe kam man eh nicht!

Nach 10 Minuten dann der erste Schock für die Borussen. Nach einem Querpass von Stranzl auf Dominguez vor dem eigenen 16er, unterlief diesem ein grober Schnitzer. Erst viel zu spät, oder gar nicht, bemerkte unsere Nummer 15 den lauernden Candreva und verlor den Ball an ihn. Dieser nutzte die Situation und lief mit Zug zum Tor auf ter Stegen zu-er ließ unserem Keeper keine Chance und netzte ein.

 Schockstarre in der Kurve und vor den Fernsehgeräten. Ich dachte noch: "...egal, machen wir eben zwei Buden..." doch was wir dann zu sehen bekamen, war für mich mehr als unbegreiflich. Jedem einzelnen Spieler war der Schock anzusehen...kein Motivieren untereinander, kein Anheizen, kein Aufbäumen, kein NIX! Nichts deutete darauf hin, dass man hier gewinnen wolle und niemand von den Akteuren in Grün hatte auch nur den Funken von Moral in den Augen. So stärkt man einen Gegner!
Auch im weiteren Spielverlauf zogen sich die Römer abwartend zurück. Schnell wurde der Spielaufbau der Fohlen unterbrochen. Die Römer zwangen die Fohlen quasi zur Ratlosigkeit und so lief der Ball weiterhin von links nach rechts und zurück-nur eine Richtung fehlte, nämlich die zum gegnerischen Tor. Auch ließ ein Wechsel, der für mehr Offensive hätte sorgen können, auf sich warten.

Nach einem  Laufduell ließ Radu den offensichtlich konsternierten Nordtveit einfach stehen und kam zum Abschluss. ter Stegen konnte diesen Ball noch parieren, aber klatsche ihn so unglücklich zum Gegner ab, dass Gonzalez in der 33. Minute den Ball aus kurzer Distanz unter die Latte zimmern konnte. Für mich war das Spiel und der große Traum in diesem Moment vorbei.

Auch war es für mich unbegreiflich, dass bei Beginn der 2ten Halbzeit kei Wechsel zu verzeichnen war. Wir lagen 2:0 zurück und wer sah da nicht großen Handlungsbedarf? Einziger Lichtblick war dann noch die Einwechslung von Amin Younes, der allerdings nur aufgrund einer Verletzung von Arango kam. Amin zeigte sich mit ein paar Dribblings und wies darauf hin, dass man auf ihn in Zukunft nur schwer verzichten kann. Wir brauchen solch einen Stürmer. Einen der gemeinsam mit Herrmann in die Lücken vorstoßen kann, einen der das Spiel schneller gestalten kann, einen der dem modernen Fußball gerecht werden kann. So hat es in der vergangenen Saison ja auch hervorragend funktioniert!

Ich werde hier keine Spieler näher kritisieren, gegen Rom waren durchweg alle schlecht...Amin ist da die Ausnahme.

Für mich bleibt jedoch mehr als deutlich, dass etwas in der Mannschaft und auch/oder in der Vereinsführung nicht stimmen kann-was dieses sein kann, dass kann und will ich hier nicht mutmaßen.

Wie ich schon vor dem Pillenspiel geschrieben habe, dass furchtbar schwere Wochen anstehen, so werde ich es auch heute wieder schreiben: Wir befinden uns auf einem sehr schmalen Grat-entweder wir holen uns jetzt das nötige Selbstbewusstsein, oder aber wir fallen in eine Depression. Jetzt ist Moral und Wille gefragt und nicht zuletzt appelliere ich an Favre einmal etwas offensiver agieren zu lassen. Wenn wir noch eine kleine Chance auf die internationalen Plätze haben wollen, so kann es jetzt nur noch ein Motto geben....Vollgas für den VfL!

Voller Stolz und Hoffnung

Rautengrüße




Freitag, 8. Februar 2013

Harte Wochen stehen bevor

Nachdem man am vergangenen Sonntag den Sprung auf die internationalen Plätze verspielt hat, wird es in den nächsten Wochen eine Frage der Einstellung und des Charakters der Mannschaft werden, welche die Borussia auf die erhofften internationalen Plätze katapultieren könnte.

Ein schweres Programm wartet jedoch auf die Fohlen. Am Samstag empfängt man den Tabellendritten aus Leverkusen, bei dem zurzeit alles zu stimmen scheint und der sich vor keiner Mannschaft verstecken muss. Das Spiel gegen den BVB spricht da wohl Bände und gilt als eines der schönsten in der laufenden Saison.

Glücklicherweise scheint Havard Nordtveit, der sich inzwischen zu einer festen Größe, zusammen mit Thorben Marx im MF etabliert hat, wieder in die Startelf rücken  können. Das Mittelfeld und auch die Defensive sind somit wieder gestärkt und es keimt die Hoffnung, dass mit mehr Übersicht und Passgenauigkeit als noch am Sonntag agiert werden kann. Wenn das Potenzial der Mannschaft abgerufen werden kann, dann ergeben sich sicher Chancen auf Punkte. Wille, Charakter und Laufbereitschaft stehen am Samstag ganz oben auf der Liste, aber ebenso wichtig ist das "gute Händchen" welches Favre bei der Aufstellung haben sollte.

Dennoch kommt es in den nächsten Wochen knüppeldick für die Borussia.

Schon am Donnerstag geht es in der Europa-League, im Heimspiel gegen Lazio Rom, weiter. Es besteht weiterhin die Möglichkeit etwas sehr Besonderes zu erreichen, sich einen Traum zu erfüllen und diesen Traum wird man mit vollem Einsatz und unbedingtem Willen weiter verfolgen.

Nicht viel Zeit um sich regenerieren zu können...

... und noch viel weniger Zeit bleibt bis zum nächsten Bundesligaspiel gegen den HSV.
Keine 48 Stunden später trifft die Fohlenelf auf die Hanseaten.
Es bleibt wohl ein Rätsel, was sich die DFL bei der Terminierung gedacht hat. Auch bei der Geschäftsführung der Borussen trifft diese Planung auf Unverständnis.

Eine schnelle Erholung, einen freien Kopf und das Denken von Spiel zu Spiel sollten dabei helfen, den so eng terminierten Spielplan gut zu überstehen. Auch in den darauf folgenden Tagen wird die Belastung sehr hoch sein. Eine Reise nach Rom und das damit verbundene Rückspiel sind sicher keine guten Vorsätze für das Spiel gegen den BVB am darauf folgenden Wochenende. Es kommt knüppeldick und es wird hart-sehr hart!

Charakter, Wille und Physis wie auch Psyche sind in den nächsten Wochen gefragt...eine Gratwanderung zwischen motivierenden Erlebnissen und einer Depression. Zusammenhalt, Teamgeist und Kameradschaft sind in den nächsten Wochen mehr als gefragt.

Die Fans sind sich der prekären Situation sehr bewusst und hier gilt sicher ein traditionelles Motto:

SUPPORT VON DER ERSTEN BIS ZUR LETZTEN MINUTE!